Knie

Knie

Arthrose des Kniegelenkes

Arthrose bedeutet der fortgeschrittene Knorpelverschleiss an einem Gelenk. Durch seine glatte Oberfläche dient der Gelenkknorpel als Gleitschicht, um Bewegungen im Gelenk reibungslos zu ermöglichen, durch seine Elastizität dient er auch der Dämpfung von Schlägen und Erschütterungen.

Abnützung
Die Abnützung der Hüft- & Kniegelenke ist ein zunehmendes Problem in unserer Gesellschaft. Einerseits, weil die Leute immer älter werden, andererseits, weil die Beanspruchung der Gelenke immer mehr zunimmt, sei es infolge übermässiger sportlicher Aktivitäten (und Unfällen) oder infolge des weltweit zunehmenden Problems des Übergewichts. 

Knorpelabnützung
Schliesslich steigt auch stetig der Anspruch an die eigene körperliche Integrität und Mobilität. Etablieren sich die anfangs meist schleichend auftretenden Gelenksschmerzen, zunächst unter Belastung wie zum Beispiel im Rahmen einer limitierten Gehstrecke, später dann auch im Rahmen von Nacht- und morgendlichen Anlaufschmerzen, unter Umständen einhergehend mit einer eingeschränkten Beweglichkeit des betroffenen Gelenkes und Schwellungszuständen, so ist wohl eine Vorstellung beim Arzt sinnvoll. Aufgrund der Leidensgeschichte, der klinischen Untersuchung und von Röntgenaufnahmen muss nun festgestellt werden, ob und in welchem Ausmass eine Knorpelabnützung (Arthrose) vorhanden ist. 

Therapie
Als Therapie empfiehlt sich bei den meisten Patienten primär ein konservatives Vorgehen mit Physiotherapiebesuchen, Salbenverbänden, entzündungshemmenden respektive schmerzlindernden Medikamenten und gegebenenfalls Spritzenanwendungen. Sind diese Massnahmen ausgeschöpft, muss ein operatives Vorgehen im Sinne eines Kniegelenkersatzes diskutiert werden. Entscheidend hierzu sind aber weiterhin vor allem das Schmerzausmass und die beeinträchtigte Gelenksfunktion - der Patient bestimmt also bei gesicherter Diagnose einer Arthrose, wann er «reif» ist für die entsprechende Operation, wann diese stattfinden soll.

Festzuhalten ist auch, dass man nicht «zu jung» oder «zu alt» sein kann für einen Gelenksersatz, die Erfahrung zeigt im Gegenteil, dass gerade ältere Patienten aus Respekt vor einem chirurgischen Eingriff lange damit zuwarten und später es bereuen, sich nicht schon viel früher für den künstlichen Gelenksersatz entschieden und sich so von teils jahrelangen Schmerzen erlöst zu haben.

Der vordere Kreuzbandriss

Das vordere Kreuzband ist der wichtigste Stabilisator des Kniegelenkes. Durch einen vorderen Kreuzbandriss entsteht eine Instabilität des Gelenkes, die in der Regel bei normalem Gehen noch nicht deutlich wird. Erst bei sportlicher Belastung, bei Müdigkeit bzw. Nachlassen der Konzentration und bei Fehltritten kommt es zu einem Verrutschen des Oberschenkelknochens gegenüber dem Schienbeinknochen. Dabei kann es zu weiteren Verletzungen, vor allem des Gelenkknorpels, der Menisken und der Gelenkkapsel kommen. Wann ein derartiges Ereignis auftritt, ist unvorhersehbar. Es besteht daher heute die Auffassung, Kniegelenke mit vorderen Kreuzbandrissen v.a. bei sportlich Aktiven in der Regel operativ zu stabilisieren.

Grundsätzlich werden vordere Kreuzbandverletzungen heute nicht mehr notfallmässig operiert, sondern während 4 bis 6 Wochen intensiv physiotherapeutisch vorbehandelt. Es hat sich gezeigt, dass diese Massnahme zu einer erheblichen Verminderung der postoperativen Probleme, vor allem bezüglich Narbenbildung und schlechter Beweglichkeit geführt hat.

Meniskusverletzungen

Der Aussen- und Innenmeniskus sind zwei halbmondförmige Strukturen die zwischen Ober- und Unterschenkel gelegen sind und vorwiegend der Stossdämpfung und Stabilisierung des Kniegelenkes dienen. Die Menisken bestehen ähnlich wie die Bandscheiben aus Faserknorpel und weisen eine gummiähnliche Konsistenz auf.
Meniskusverletzungen bedürfen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, der operativen Behandlung. Andernfalls ist mit sekundären Schäden an den Knorpelflächen zu rechnen, die ihrerseits ein Vorstadium der Kniearthrose darstellen. Eine Operationsindikation besteht bei festgestelltem Meniskusschaden auch dann, wenn keine oder nur geringe Schmerzen bestehen, da schädigende Einwirkungen auf den Gelenkknorpel auch ohne das Alarmzeichen Schmerzen ausgeübt werden können. Die Operation sollte grundsätzlich zum frühstmöglichen Zeitpunkt stattfinden, um die erwähnten Sekundärschäden zu vermeiden, bzw. auf ein Minimum zu reduzieren.

Sehnenansatzentzündungen

  • Springerknie oder Kniescheibenspitzen-Syndrom(Jumper's Knee)
  • Läuferknie oder Tractus iliotibialis-Reizung(Runner's Knee)
  • Beugesehnenentzündung oder Pes anserinus Syndrom

Durch Ueberlastung kann es zu einer Entzündung von Sehnenstrukturen im Bereich des Kniegelenkes kommen. Ist die Kniescheiben-(oder Patellar-)Sehne an ihrem Ansatz betroffen, spricht man von einem Springerknie (Jumper's Knee).

Werden Schmerzen an der Knieaussenseite angegeben, insbesondere bei einer O-Beinkonfiguration, liegt oft eine Reizung der Sehnenplatte (Iliotibiale Sehne) vor, man spricht dann von einem Läuferknie (Runner's Knee).

Werden Schmerzen an der Knie-Innenseite - unterhalb des eigentlichen Gelenkes - angegeben, muss an eine Reizung der langen Beugesehnen (sog. Hamstrings) gedacht werden, man spricht dann von einem Pes anserinus Syndrom.

Kniescheiben-Probleme (Patellaprobleme)

Die Kniescheibe (Patella) übernimmt in der Funktion als Hypomochlion eine immense Kraftübertragung des Streckapparates zwischen Ober- & Unterschenkel und bildet zusammen mit der Oberschenkelvorderseite (Femur) das so genannte Femoropatellar-Gelenk. Grossen Belastungen ausgesetzt ist es anfällig auf Verletzungen, Überlastungen und Abnützungen.

1. Kniescheibenverrenkung (Patellaluxation):

Eine relativ häufige Verletzung des Femoropatellar-Gelenkes stellt die Patellaluxation dar. Es kommt hierbei zu einem Ausrenken der Kniescheibe zur Aussenseite hin, was ein schmerzmässig meist dramatisches Erlebnis darstellt. Oft bleibt es bei einem einmaligen Ereignis und neben Schmerzmittel, Entlastung und gegebenenfalls Physiotherapie sind keine weiteren Massnahmen notwendig. Je nach Beinachse und Anatomie des Femoropatellar-Gelenkes kann es jedoch zu wiederholten solchen Ereignissen kommen und eine vertiefte Untersuchung der Gegebenheiten, je nach Resultaten auch eine operative Behandlung ist indiziert.

2. Überlastung des Femoropatellargelenkes (Patella - Maltracking):

Normalerweise ist die Patella eingemittet über einer leichten Vertiefung des Femurs, der so genannten Trochlea. Diese Patellazentrierung wird unterstützt durch Bänder und Muskeln. Das einwandfreie Funktionieren des Gelenkes wird schliesslich optimiert durch ein geschmeidiges Gleiten der Partner auf  Knorpelbelägen. Wie oben erwähnt, kann es je nach Beinachse und Anatomie des Femoropatellar-Gelenkes –auch ohne Unfall- zu einer schlechten Kniescheibenführung kommen (Patella-Maltracking) und folglich zu Schmerzen führen, vor allem beim Tragen schwerer Lasten oder Treppengehen, kommen.

3. Abnützung des Femoropatellargelenkes (Patella - Hyperpression):

Durch den Schieflauf der Kniescheibe in der Femurführung kommt es zu einer unausgeglichenen Druckverteilung, zum rascheren Knorpelverschleiss und schliesslich zur isolierten femoropatellären Arthrose.